Landingpage erstellen WordPress ohne Page-Builder: Anleitung
Zusammenfassung
Eine Landingpage in WordPress erstellen Sie, indem Sie zuerst ein einziges Ziel festlegen, eine Seite mit leerer Vorlage ohne Kopf- und Fußzeile anlegen und sie aus wiederverwendbaren Blockmustern bauen: Hero, Nachweise, Angebot, Formular und eine kurze FAQ. Halten Sie das Formular kurz, zielen Sie auf einen schnellen Largest Contentful Paint, testen Sie auf dem Smartphone und im gespiegelten RTL-Layout und messen Sie die Conversion am Danke-Zustand.
Landingpage erstellen WordPress heißt im Kern: eine Seite mit genau einem Ziel bauen, Kopf- und Fußzeile der Website entfernen und die Seite aus Blockmustern in einem Block-Theme zusammensetzen. Eine saubere erste Version gelingt an einem Nachmittag. Ob sie konvertiert, entscheidet allerdings nicht das Werkzeug, sondern das, was Sie weglassen.
Dieses Folio führt Sie durch den Aufbau in der Reihenfolge, in der ein Praktiker vorgeht: das Ziel, die Vorlage, die Abschnitte, das Formular, das Tempo-Budget und die Prüfungen vor dem Start.
Was unterscheidet eine Landingpage von jeder anderen Seite?
Eine Landingpage hat genau eine Aufgabe. Besucher kommen über eine Anzeige, eine E-Mail oder ein Suchergebnis, und die Seite verlangt genau eine Handlung: sich eintragen, einen Termin buchen, eine Datei herunterladen, kaufen.
Alles andere lenkt ab. Dazu gehören das Hauptmenü, die Seitenleiste, der Blog-Feed und die Fußzeile mit zwanzig Links. Auf einer normalen Seite helfen diese Elemente beim Stöbern. Auf einer Landingpage sind sie Ausgänge.
Den Maßstab liefert der Unbounce-Report: Im Conversion-Benchmark-Report steht eine mittlere Conversion-Rate von 6,6 Prozent über alle Branchen. Betrachten Sie das als grobe Orientierung, nicht als Versprechen. Liegt eine Seite unter 2 Prozent, liegt das meist an Angebot, Geschwindigkeit oder Formular, selten an der Farbe des Buttons.
Formulieren Sie das Ziel in einem Satz, bevor Sie den Editor öffnen. "Besucher aus dem März-Newsletter buchen einen 20-minütigen Audit-Termin." Wenn Sie diesen Satz nicht schreiben können, sind Sie noch nicht bereit zu bauen.
Mit welchem Werkzeug sollten Sie die Seite bauen?
Sie haben vier ehrliche Optionen, und jede passt zu einer anderen Art von Projekt.
Der native Blockeditor mit einem Block-Theme ist die schlankste Variante. Sie erhalten sauberen Code, keine zusätzliche Abhängigkeit und Muster, die Sie auf der nächsten Kundenseite wiederverwenden. Dafür verlangt er mehr Entscheidungen beim Layout.
Ein Page-Builder bietet mehr visuelle Kontrolle und eine Vorlagenbibliothek, dafür mit schwererem Code und einem Plugin, von dem Sie danach abhängen. Divi ist das langjährige Beispiel und eignet sich für eine Agentur, die viele Seiten baut und ein vertrautes Werkzeug will.
Ein KI-Website-Generator stellt aus einem Prompt eine ganze Seite zusammen. 10Web tut das direkt in WordPress, und der Entwurf ist ein brauchbarer Ausgangspunkt. Rechnen Sie damit, Texte und Struktur danach zu überarbeiten.
Ein gehostetes Landingpage-Tool liegt außerhalb von WordPress. Webflow ist so eine Option, mit starker visueller Kontrolle und eigenem Hosting. Das lohnt sich, wenn die Seite getrennt von Ihrer WordPress-Website lebt. Verzichten Sie darauf, wenn die Seite dasselbe Theme, dieselbe Analyse und dieselbe Domainstruktur teilen soll.
Der Rest dieser Anleitung nutzt den nativen Editor, weil er Sie am meisten lehrt und am wenigsten kostet. Die Schritte lassen sich auf jeden Builder übertragen.
Wie richten Sie die Seite ein und entschlacken sie?
Legen Sie die Seite unter Seiten, Neue Seite an. Geben Sie ihr einen schlichten Titel, der zum Angebot passt, und einen kurzen Slug. Ein Slug wie /audit schlägt /landing-page-maerz-v2 jedes Mal.
Dann kümmern Sie sich um die Vorlage. Ein Block-Theme erlaubt, pro Seite eine Vorlage zuzuweisen, und eine Landingpage braucht eine ohne Kopfzeile, ohne Fußzeile und ohne Titelblock. Viele Block-Themes bringen eine Vorlage "Leer" oder "Seite ohne Titel" mit. Fehlt sie, öffnen Sie den Site-Editor, wechseln zu Vorlagen, legen eine eigene an und bauen sie aus einem einzigen Block "Seiteninhalt".
Diese eine Vorlage ist das Nützlichste, was Sie in diesem Projekt bauen. Nennen Sie sie "Landing" und verwenden Sie sie für jede Kampagnenseite der Website.

Prüfen Sie die Layoutbreite in theme.json. Landingpages lesen sich am besten mit einer schmalen Textspalte, breite Blöcke reservieren Sie für Hero und Nachweise. Wenn Ihr Theme eine Inhaltsbreite und eine breite Ausrichtung kennt, nutzen Sie beide bewusst: Text in der schmalen Spalte, Bilder und Spalten in der breiten.
Randnotiz: Die beschriebene Vorlagenzuweisung funktioniert ab WordPress 6.5. Ältere Block-Themes zeigen sie in einem anderen Menü.
Welche Abschnitte braucht die Seite wirklich?
Weniger, als die meisten Vorlagen nahelegen. Eine Seite, die eine Handlung verlangt, braucht eine kurze Abfolge, und jeder Abschnitt beantwortet eine Frage, die der Besucher hat.
Bauen Sie diese Abschnitte in dieser Reihenfolge als Muster, die Sie speichern können:
Ein Hero mit dem Versprechen, einer unterstützenden Zeile und dem Button.
Nachweise nahe am Anfang: ein Kundenzitat, eine Zahl oder bekannte Kundenprojekte.
Das Angebot in drei kurzen Punkten, formuliert als Ergebnisse.
Das Formular oder der zweite Button.
Ein kurzer Antwortblock auf die zwei Einwände, die Sie am häufigsten hören.
Nutzen Sie für das Hero einen Cover- oder Gruppenblock mit einer Überschrift, einem Absatz und einem Schaltflächen-Block. Halten Sie die Überschrift bei einem Versprechen, das ein Fremder in drei Sekunden lesen kann. Benennen Sie die Sache und das Ergebnis, und verzichten Sie auf Originalität, die einen zweiten Blick braucht.
Formulieren Sie das Button-Label als die Handlung selbst: "Audit buchen", "Checkliste herunterladen". Allgemeine Labels wie "Absenden" kosten Sie den Zusammenhang, den die Überschrift aufgebaut hat.
Arbeiten Sie mit einem KI-Werkzeug für Texte, nutzen Sie es für die erste Fassung und für Varianten der Überschrift, und lesen Sie danach jede Zeile selbst. Es erfindet Belege, die es nicht hat. Lassen Sie nie ein erfundenes Zitat oder eine erfundene Statistik ungeprüft auf die Seite, denn ein falsches Zitat auf einer Landingpage ist der schnellste Weg, Vertrauen zu verlieren.
Sobald ein Abschnitt funktioniert, markieren Sie ihn und wählen im Blockmenü "Muster erstellen". Bei der nächsten Kampagne setzen Sie die Seite in zehn Minuten aus Ihren eigenen Mustern zusammen, statt sie neu zu bauen.
Wie sollte das Formular aufgebaut sein?
WordPress bringt keinen Formularblock mit. Hier brauchen Sie also ein Plugin. Jedes gepflegte Formular-Plugin genügt. Wichtiger ist die Form des Formulars.
Fragen Sie nur das ab, was Sie für die Nachverfolgung brauchen. Für einen Newsletter oder einen Download reicht eine E-Mail-Adresse. Für eine Terminbuchung kommen höchstens ein Name und eine qualifizierende Frage dazu. Jedes zusätzliche Feld kostet Abschlüsse, und den Rest können Sie nach dem ersten Kontakt fragen.
Platzieren Sie das Formular dort, wo die Entscheidung fällt. Auf einer kurzen Seite ist das direkt unter dem Angebot. Auf einer längeren Seite wiederholen Sie den Button nach den Nachweisen und verlinken ihn auf dasselbe Formular.
Richten Sie dann den Teil ein, den viele vergessen: den Danke-Zustand. Leiten Sie auf eine kurze Bestätigungsseite weiter oder zeigen Sie eine Meldung, die sagt, was als Nächstes passiert und wann. Setzen Sie dort Ihr Analyse-Ereignis, damit die Conversion bei der Bestätigung gezählt wird und nicht schon beim Klick.
Testen Sie das Formular zum Schluss vom Smartphone aus mit einer echten Adresse und prüfen Sie, ob die E-Mail ankommt. Eine Landingpage mit kaputtem Formular ist schlechter als gar keine, denn sie verbrennt Ihr Anzeigenbudget und bringt nichts zurück.
Wie schnell muss die Seite sein?
Schneller als der Rest Ihrer Website. Besucher aus Anzeigen haben noch keine Bindung zu Ihnen, und ein langsamer erster Bildschirm beendet den Besuch, bevor die Überschrift gelesen wurde.
Googles Richtlinien zum Largest Contentful Paint bewerten 2,5 Sekunden oder weniger als gut. Auf einer Landingpage ist das größte Element meist das Hero-Bild oder der Überschriftenblock. Dort sollten Sie zuerst suchen.

Eine kurze Checkliste, nach Wirkung geordnet:
Komprimieren Sie das Hero-Bild und liefern Sie es als WebP in der Breite, in der es angezeigt wird.
Lazy-Loading gilt nicht für das erste Bild der Seite. Prüfen Sie im gerenderten HTML, dass es nicht verzögert lädt, besonders wenn ein Cover-Block im Spiel ist.
Binden Sie eine oder zwei Schriften selbst ein und entfernen Sie ungenutzte Schnitte. Eine variable Schrift ersetzt mehrere Dateien durch eine.
Laden Sie Skripte nur dort, wo sie gebraucht werden. Ein Formular-Plugin, das auf jeder Seite lädt, sollte auf die Seite mit dem Formular beschränkt werden.
Verzichten Sie im ersten sichtbaren Bereich auf Slider, automatisch abspielende Videos und schwere Animationen.
Messen Sie vor und nach den Änderungen mit PageSpeed Insights auf der Live-URL, mit mobilen Einstellungen. Tun Sie das mit aktiviertem Caching, so wie ein Besucher die Seite erlebt.
Funktioniert die Seite auf dem Smartphone und in der Sprache Ihrer Leser?
Die meisten Besucher aus Anzeigen und E-Mails kommen vom Smartphone. Gestalten Sie deshalb zuerst den schmalen Bildschirm und prüfen Sie danach den breiten. Öffnen Sie die Seite auf einem echten Gerät. Achten Sie auf die Größe der Buttons, den Abstand zwischen den Tippflächen und darauf, ob das Formular für jedes Feld die passende Tastatur öffnet.
Lesen Sie die Seite im gespiegelten Layout, wenn ein Teil Ihrer Leser von rechts nach links liest. Arabisch- und hebräischsprachige Leser erwarten, dass Hero, Button und Formular von rechts fließen. Block-Themes mit sauberen RTL-Stylesheets erledigen das meiste, doch prüfen Sie Abstände, Icon-Platzierung und Zitatgestaltung in der gespiegelten Ansicht.

Wählen Sie eine Schrift mit echten arabischen oder hebräischen Zeichen statt einer Ersatzschrift. Eine Seite, die auf Englisch poliert wirkt und auf Arabisch unsauber, sagt einem ganzen Publikum, dass das Angebot nicht für es geschrieben wurde.
Sprechen Sie zwei Sprachen, bauen Sie zwei getrennte Landingpages mit eigenen Texten. Übersetzen Sie die Überschrift nicht Wort für Wort. Ein Versprechen, das in einer Sprache funktioniert, braucht in der anderen oft eine andere Form.
Was sollten Sie vor der Veröffentlichung prüfen?
Gehen Sie diese Liste auf der Live-Seite durch, ausgeloggt, in einem privaten Fenster:
Die Seite hat ein Ziel und einen primären Button, der höchstens zweimal wiederholt wird.
Kopfzeile, Fußzeile und Seitenleiste sind verschwunden.
Titel, Meta-Beschreibung und Social-Bild sind gesetzt und passen zur Anzeige, die hierher führt.
Das Formular sendet ab, der Danke-Zustand erscheint und die Conversion wird erfasst.
Die Seite besteht einen mobilen Geschwindigkeitstest und lässt sich bei 360 Pixeln Breite sauber lesen.
Jedes Bild hat einen Alternativtext, und der Kontrast des Button-Textes ist lesbar.
Entscheiden Sie dann, ob die Seite indexiert werden soll. Eine für eine bezahlte Kampagne gebaute Seite kann ein noindex-Tag tragen, damit sie nicht mit Ihren Hauptseiten konkurriert. Eine Seite, die ranken soll, gehört in die Sitemap und verdient einen eigenen Suchtitel.
Nach dem Start ändern Sie jeweils nur eine Sache. Schreiben Sie die Überschrift zuerst um, denn sie trägt das meiste Gewicht, und geben Sie jeder Version genug Besucher, bevor Sie urteilen. Zwei Wochen gleichmäßiger Traffic sagen mehr als zwei Tage Begeisterung.
Fangen Sie an mit dem Ein-Satz-Ziel, der Landing-Vorlage und fünf Abschnitten. Verzichten Sie auf den Page-Builder, bis der native Editor nicht mehr reicht. Investieren Sie Ihre Arbeit in Angebot, Überschrift und Geschwindigkeit, denn dort bewegt sich die Zahl. Öffnen Sie den Site-Editor, nennen Sie die Vorlage "Landing" und bauen Sie zuerst das Hero.